Wasseraufbereitung

Ein mit Wasser gefüllter Pool, der längere Zeit einfach sich selbst überlassen wäre, wäre irgendwann einmal nicht mehr sehr einladend für die Schwimmer. Experten laden in diesem Zusammenhang gern zu einem kleinen Experiment ein: Einfach einen Eimer mit Leitungswasser füllen und nach einer Woche nachschauen, was sich verändert hat.
Bei einem Schwimmbecken ist es so, dass nicht nur die Badenden – ungewollt – Mikroorganismen und Schmutzstoffe ins Wasser bringen. Auch aus der Umwelt – Pflanzen und Tiere – können Verunreinigungen wie Staub, Algensporen und andere Partikel kommen.

Bei der Wasseraufbereitung handelt sich um eine ganze Reihe von Maßnahmen, die so ineinander verzahnt und aufeinander abgestimmt sind, dass das Wasser in mehreren Stufen gereinigt, desinfiziert und auch immer wieder mit Frischwasser ergänzt wird.

Den pH-Wert des Wassers regelmäßig prüfen
Um die Wirksamkeit der Desinfektion zu überprüfen, sollten Pool- und Spabesitzer regelmäßige Analysen des Wassers durchführen. Dabei spielt neben verschiedenen anderen Parametern auch der pH-Wert eine wichtige Rolle. Er gibt an, ob das Beckenwasser sauer oder alkalisch ist. Er ist auch entscheidend für die Desinfektionswirkung des freien Chlors. Wenn der pH-Wert unter 6,5 fällt (saurer Bereich), können Augenreizungen und Korrosionserscheinungen an metallischen Bauteilen auftreten. Bei Werten über 7,8 (alkalischer Bereich) kann es zu Wassereintrübungen und Kalkablagerungen kommen.

Mit Salz und Strom Chlor erzeugen
Im Trend ist seit einiger Zeit die Salzelektrolyse. Damit lässt sich mithilfe von Salz und Strom direkt vor Ort Chlor herstellen. Pionierarbeit hat hier die Firma Ospa geleistet. „Ospa hat dieses Verfahren in den späten 50er-Jahren als erste Firma für die Schwimmbadwasseraufbereitung anwendbar gemacht“, so Alexander Reuß, technischer Verkaufsleiter bei Ospa.
„Die Ospa-Chlorozonanlage, wie sie hieß, vereinte hohe Sicherheit, hohe Desinfektionsleistung und vollautomatischen Betrieb in einem Gerät. Der Anwender hantiert dabei nur mit natürlichem Salz als Betriebsmittel, das er in das Gerät einfüllt. Gleichzeitig reduziert sich der Bedarf an pH-regulierenden Mitteln, was das Wasser natürlich und quellfrisch erscheinen lässt.“

Schmutz entfernen
Eine große Rolle im Gesamtkonzept der Wasseraufbereitung spielt die Filtration: eine mechanische Reinigung, bei der grobe und feinere Schmutzstoffe aufgefangen werden.
Viele Filter funktionieren nach einem Prinzip, bei dem Vorgänge aus der Natur das Vorbild waren: Niederschlagswasser sickert in den Boden. Dann tritt es seinen Weg durch verschiedene Gesteinsschichten an. In dieser Zeit wird das Wasser gefiltert und damit gesäubert. Auch bei Poolfiltern sind es eine oder mehrere Schichten, durch die sich das Beckenwasser von oben seinen Weg bahnt. Ist es dann im unteren Teil des Geräts angekommen, hat es unerwünschte Verunreinigungen an die Filterschicht abgegeben.
Es gibt Einschichtfilter, bei denen Quarzsand in unterschiedlichen Korngrößen verwendet wird. Bei Mehrschichtfiltern werden verschiedene Materialien wie zum Beispiel eine Kombination aus Quarzsand und Aktivkohle eingesetzt. Auch Glas, zum Beispiel AFM (Aktives Filtermaterial aus Glas), hat sich etabliert. Bei der Ultrafiltration fließt das verschmutzte Wasser mit Druck durch eine Membran, die wie ein Sieb wirkt. Partikel, die größer sind als die Poren, werden zurückgehalten.

Filterung und Rückspülung
Der Filter muss regelmäßig gereinigt werden. Dabei wird die Fließrichtung des Wassers umgekehrt und die Fließgeschwindigkeit erhöht. Man nennt das Rückspülung. Sie wirbelt das Material auf und die Partikel reiben sich aneinander. So löst sich Schmutz ab, das vorbeifließende Wasser bringt ihn in die Kanalisation. Beim Klarspülen wird das ausgeleitete Spülwasser durch Frischwasser ersetzt. Die beiden Grafiken von Sopra zeigen links die Fließrichtung des Wassers beim Filtern, rechts die Fließrichtung beim Rückspülen.
Die Stoßchlorung
Poolbesitzer kennen die Probleme, die in der Praxis auftreten und die Frische des Beckenwassers deutlich beeinträchtigen können. Ein Beispiel: Das Poolwasser ist grün und der Boden und die Wände sind glitschig – ein Anzeichen, das auf Algen im Pool hindeutet. Oder: Das Poolwasser ist milchig und riecht unangenehm. Eine Ursache dafür kann sein, dass es zu viele organische Belastungsstoffe und zu wenig Desinfektionsmittel im Poolwasser gibt.
Experten empfehlen in solchen Fällen oft ein ganzes Paket von Maßnahmen. Eine häufig genannte Maßnahme dabei ist die Stoßchlorung. Das ist die bewusste Überdosierung des Chlorgehalts außerhalb der Badezeiten, um den Prozess der Desinfektion und Oxidation zu beschleunigen.